13. April 2010

Ein rundum erfolgreiches Freundschaftsturnier

Jan Lüken, Mitglied des Debattierclubs Stuttgart (DCS), zur Zeit in Ingolstadt promovierend, und Yara Molthan vom DCS haben unser Freundschaftsturnier am 10. April gewonnen. Nach vier Vorrunden breakten sie mit 11 Teampunkten als erste Mannschaft ins Finale und konnten sich dort in einer hochklassigen Debatte zum Thema "Dieses Haus fordert anonymisierte Bewerbungsunterlagen" aus der Schließenden Regierung gegen die Eröffnende Regierung aus München (Reinhold Koch und Xenia Zhykhar), die Eröffnende Opposition aus Stuttgart (Isabel Spieth und Kai Nosbüsch) und die Schließende Opposition aus Tübingen (Lorena von Gordon und Peter Croonenbroeck) durchsetzen. Der Finaljury gehörten neben Michael Saliba und Igor Gilitschenski, die erfolgreich erste Erfahrungen als Chefjuroren sammelten, Andreas Lazar, Florian Wilken, Marc Pieper und Gregor Steinhagen (DCS-Mitglied und Satzbau Braunschweig) an. Nach kurzer Beratung erklärten die Juroren einstimmig Jan und Yara zu den Siegern, die je eine Flasche Wein und ein Baguette erhielten. Der Applaus der zufriedenen Teilnehmer beschloß einen schönen Tag des Debattierens.

Begonnen hatte dieser Samstag für manche schon sehr früh, da das Mittagessen (selbstgemachte Salate und (zu) viele Baguettes) und Kaffee und Kuchen besorgt und das Internationale Zentrum auf dem Campus der Universität Stuttgart in Vaihingen für das Turnier hergerichtet werden wollten, bevor es um halb zehn auch schon losging. Unsere Gäste aus Ingolstadt, München, Tübingen, Reutlingen und je zweimal Heidelberg und Karlsruhe wie auch die vier teilnehmenden Teams des DCS waren sehr pünktlich, so dass Michael nach kurzer Schulung bereits um zehn Uhr das erste Thema verkünden konnte: "Dieses Haus würde sämtliche Drogen legalisieren".

In drei Räumen hörten die Juroren gute bis sehr gute Debatten mit vielen Facetten, so dass es nach dem Mittagessen frohen Mutes weiterging, zu den Themen "Dieses Haus fordert Gehaltsobergrenzen für Spitzensportler" und "Dieses Haus würde den Teilchenbeschleuniger am Großforschungszentrum CERN außer Betrieb nehmen". Trotz mancher Vorurteile über naturwissenschaftsignorante Debattierer stritten sich unsere süddeutschen Teilnehmer in der dritten Debatte engagiert und kenntnisreich, ein weiterer Beleg für die Stärke unserer Region. Auch in der letzten Vorrunde zum Thema "Dieses Haus würde die Welthandelsorganisation (WTO) auflösen" hatten die Teams viel Überzeugendes zu sagen, und so wartete das Feld bei Pizza und Bier gespannt auf das Break, das denkbar knapp ausfiel: vier Teams hatten je 7 Teampunkte, doch nur zwei davon durften ins Finale, Stuttgart A gar nur mit zwei Rednerpunkten Vorsprung vor Stuttgart D, die sich vielleicht ein wenig ominös "Stuttgart Schlafdefizit" genannt hatten.

Dennoch sahen die Gesichter auch der müdesten Stuttgarter und unserer Gäste nach dem Finale rundum glücklich aus: Ein reibungslos organisiertes, sehr angenehmes Turnier mit herausfordernden Themen, beschwerdefreier Jurierung und einem würdigen Sieger war zu Ende, und nun wollten wir feiern gehen, Wein in der einen, Baguette in der anderen Hand.