Montag, 23. Januar 2012

Stuttgart IV 2011

Vom 10.-11. Dezember 2011 richtete unser Club sein erstes internationales Turnier aus - das Stuttgart IV 2011. Nach vier Vorrunden und einem Halbfinale konnte sich schließlich das Team "Cilip" (Crt Podlogar und Filip Dobranic) aus Ljubljana im Finale gegen Science Po (Zhen Jie Im und Michael Thng), München (Markus Dankerl und Vladyslav Yaschenko) und "Making the best of EU free movement" (Megan Field und Stuart Cribb) durchsetzen. Bester Redner wurde Stuart Cribb aus Oxford.

Wir möchten uns nochmal bei den Chefjuroren Maja Cimerman, Daniel Springer und Michael Saliba, allen Teilnehmern und Helfern bedanken, und hoffen, dass euch das Turnier auch sehr viel Spaß gemacht hat! 2012 wird es sicherlich eine Fortsetzung geben.

Fotos vom Turnier findet ihr hier:
stuttgartiv2011.wordpress.com/photos/

Die Themen im Einzelnen: 


1. VR: THW make the right to vote contingent on basic knowledge about political issues
2. VR: THB that the EU should limit the amount of energy individuals are allowed to consume.
3. VR: As a parent, THW not lie to its children about the existence of Santa Claus.
4. VR: THW allow young boys to undergo chemical castration to preserve their singing voice.
HF: THW militarily intervene in Syria.
Finale: This house would make Drion's Pill publicly available. (Info slide: Drion's pill is a fictitious suicide method that is comprised of two pills. These pills need to taken with a five day interval between them. The first pill is harmless on its own, but taking both pills will result in a humane death.)




Dienstag, 10. Januar 2012

Weltrangliste der VDCH-Redner

Der Debattierclub Stuttgart e.V. hat eine Weltrangliste der VDCH-Rednerinnen und Redner erstellt. Sie basiert auf den Einzelrednerpunkten der deutschsprachigen Teilnehmer bei den Weltmeisterschaften der Jahre 2003 - 2012. Die Liste fördert sehr viele interessante Daten zutage, zum Beispiel:





  • Michael Saliba erreichte auf der WM 2011 in Botswana den Schnitt aller VDCH-Redner über alle WMs betrachtet. Insgesamt wurde er dort viertbester Redner der Welt in der Kategorie English as a Second Language (ESL). Dies ist unseres Wissens nach die höchste jemals erreichte Platzierung eines Redners aus einem VDCH-Club bei der Weltmeisterschaft.

  • Markus Ewald, ehemals Stuttgart, jetzt Mainz, erreichte auf der WM 2012 in Manila den höchsten Schnitt aller VDCH-Redner. Er konnte sich deutlich auf seiner dritten WM steigern und war ganz dicht an den besten zehn Rednern der Welt dran.

  • Das Niveau der WM allgemein und der deutschsprachigen Debattiererinnen und Debattierer im Besonderen hat sich in nur sechs Jahren erheblich gesteigert, unter anderem aufgrund eines größeren Teilnehmerfeldes und mehr für das Debattieren verfügbarer Informationen und Lernmaterialien. Reichten Isabelle Loewe 2006 noch 652 Punkte, um zweitbeste VDCH-Rednerin zu werden, wären dafür in Botswana 693 Punkte nötig gewesen. Diese Punktzahl erreichte Patrick Ehmann, der 2006 mit 650 Punkten noch viertbester deutschsprachiger Redner war.


  • Unsere neben Michael international erfahrensten Redner Nils Haneklaus und Andreas Lazar haben sich bei ihren drei aufeinanderfolgenden WM-Teilnahmen sehr stark gesteigert und für unseren Club folgende Erfolge eingefahren: Vize-Weltmeister in English as a Foreign Language (EFL) 2010, zweitbester Redner der Welt 2010 (EFL), bester Redner der Welt 2011 (EFL) und Halbfinalist 2011 (ESL).
UPDATE JUNI 2011: Die Liste wurde bis 2003 erweitert. Damals nahm Berlin bereits an der Weltmeisterschaft im südafrikanischen Stellenbosch teil. Dies ist sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es danach drei Jahre - bis zur WM in Dublin - dauern sollte, bis VDCH-Clubs wieder an Weltmeisterschaften teilnahmen.

Zudem war bisher nicht jeder Club auf der Liste VDCH-Mitglied. Daher gibt es jetzt eine separate Liste für den VDCH, die "VDCH only" heißt und eine zusätzliche Liste, die die Hertie School of Governance (HSG) enthält und "VDCH + HSG(Berlin)" heißt.

UPDATE JANUAR 2012: Manila Worlds ist nachgetragen. Zudem ist Postsdam jetzt auch drauf.

Die Liste ist für alle Interessierten offen. Schaut sie Euch an!

Samstag, 3. Dezember 2011

Debating's coming home - Oxford IV 2011

Oxford: legendär, elitär, very british - und der Ort, an dem einer der ältesten Debattierclubs der Welt zuhause ist. Einmal im Jahr veranstaltet die "Oxford Union" ihr berühmtes Debattierturnier, das "Oxford Intervarsity", kurz Oxford IV.
Grund genug für uns, Andreas C. Lazar und Sven M. Hein, für ein Wochenende nach England zu reisen und den Debattierclub Stuttgart würdig zu vertreten.
Oxford is beautiful
Ich, Sven, kam am Donnerstag, den 8. November abends in Oxford an und traf mich in der "Goodman Library" der Oxford Union mit Michael Saliba, der Andreas und mich freundlicherweise während des Turniers beherbergte.
Die "Thursday Night Debate" fiel leider aus, dafür bekamen wir Getränkegutscheine für eine lokale Bar, "The Thirst" (wir wurden gewarnt, nicht in einen Stripclub gleichen Namens zu gehen, die Gutscheine wären dort ungültig ...), in der wir für das Turnier vorglühten.
Nachdem Andreas Freitag früh auch angekommen war, waren wir bereit für die erste Debatte:
"This house believes that sex education classes in schools should teach techniques for pure sexual gratification (including, but not limited to, anal sex, oral sex, mutual gratification and masturbation)".
Das ESL-Halbfinale


Als Schließende Opposition versuchten wir den Fokus auf die begrenzte Ressource "Zeit" bei der Gestaltung von Lehrplänen zu lenken, konnten aber die Jury nicht überzeugen. Wir wurden Vierte, mit dem Kommentar, "I also wouldn't have known what to bring on your position". Well.
Die nächste Debatte mit dem Thema "This house believes that in developing countries aid organizations should be banned from religious proselytizing" gewannen wir dafür souverän aus der Position der Eröffnenden Opposition. Damit waren die Debatten am Freitag auch schon vorbei, und wir wurden von den Gastgebern mit "Free Booze" versorgt. Da die Debatten am nächsten Morgen um 7 weitergehen sollten, feierten wir unsere 3 Punkte nicht allzu exzessiv.
Das ESL-Finale in der Chamber der Oxford Union
Samstag früh waren wir wohl noch etwas zu verschlafen, denn wir verloren die Debatte zum Thema "This house believes that trade unions and labour protection laws should be suspended during times of economic crisis" als Eröffnende Regierung. Wir analysierten zwar, warum es wichtig ist, dass alle Opfer bringen, um "den Karren aus dem Dreck zu ziehen", aber die Debatte drehte sich danach hauptsächlich darum, ob denn dieses Mittel überhaupt hilft.

Kein Turnier ohne eine Debatte über Israel - diesmal war das Thema  "This house believes that Israel should materially support Arab pro-democratic movements". Als Schließende Regierung überzeugten wir die Jury, dass es besser ist, wenn israelische Flaggen geschwenkt, als wenn sie verbrannt werden, und standen nach 4 Debatten auf 6 Punkten. Das brachte uns in einen Break-Raum - und die Debatte "This house believes that a tax should be placed on successful artists in order to fund new and developing artists" verlief auch vielversprechend und sehr unterhaltsam, u.a. mit einer Schließenden Opposition mit Musikbegleitung. Entsprechend gespannt warteten wir auf die Verkündung des Breaks am Nachmittag.
Abendessen vor der Oxford Union

Leider hatte es nicht geklappt, wir konnten uns in der letzten Debatte gegen starke Teams aus Ljubljana und Rotterdam nicht durchsetzen und mussten so die weiteren Debatten als Zuschauer miterleben. Das ESL-Finale zum Thema "This house believes that the CEOs of the largest corporations should be chosen by national democratic elections" gewann am Ende Leiden A gegen Utrecht A, BBU A und Open Comm A, und im Hauptfinale konnte sich Sydney A gegen Durham A, UCD L&H C und Cambridge D bei einer Debatte über "This house would establish geographical zones where the selling and consuming of any and all drugs are legal" durchsetzen. Bevor allerdings das Finale beginnen konnte, wurde die Union von den irischen Teams "gestürmt", die für so viel gute Stimmung sorgten, dass sich sogar Anwohner beschwert haben sollen ...

Die Chamber der Oxford Union von außen
Nach dem Finale wurden wir etwas unschön vom Gelände der Union verwiesen, und die Debattierer verstreuten sich, da kein Ort für eine eventuelle After-IV-Party bekanntgegeben wurde. Bis nachts um drei streiften wir noch durch die Stadt, sammelten Debattierer auf, die keine Unterkunft gefunden hatten und bestaunten die örtliche Ausgehmode.

Nach einem bzw zwei weiteren Tagen in Oxford, welches sich von seiner sonnigen Seite zeigte, war es auch schon wieder Zeit für den Heimflug.
Noch einmal herzlichen Dank an Michael, der uns die Stadt und ihre Colleges zeigte (wer hätte gedacht, dass man dort in der Mensa aufsteht, wenn die Professoren den Speisesaal betreten? Undenkbar in Deutschland!), uns mit Cider versorgte, und uns nicht zuletzt bei ihm übernachten ließ!

Am Ende wurden wir 12. von 22 ESL-Teams (84. von 125 Teams insgesamt) und 11. (Andreas) sowie 28. (Sven) von 46 ESL-Rednern (145. und 190. von 250 Rednern insgesamt). Ein vielversprechendes Ergebnis!

Das Finale

Montag, 7. November 2011

Workshops für die EnBW

Andreas Lazar hat im Oktober und November drei Workshops, die er gemeinsam mit Nils Haneklaus entwickelt hatte, für Mitarbeiter von Kraftwerken der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in Iffezheim, Karlsruhe und Altbach gehalten.
Die EnBW war mit dem Wunsch nach Seminaren zu Auftreten und Argumentation für Kraftwerksmitarbeiter an unseren Debattierclub getreten, da sich Leiter von Kraftwerksführungen oft mit Fragen zum Energiemix der EnBW oder zur Zukunft der Erneuerbaren Energien, aber auch häufig mit diffusen Befürchtungen konfrontiert sehen. Andreas vermittelte den Mitarbeitern mit etwas Theorie und viel Praxis Grundlagen der Rhetorik, Körpersprache, Struktur, Argumentation und Überzeugung und schloss die Seminare jeweils mit einer lebhaften Übungsdebatte ab.

Wir freuen uns über die gelungene Zusammenarbeit und werden sie gerne wiederholen!

SOAS IV 2011

Andreas Lazar und Michael Saliba haben am 22. und 23. Oktober als "Stuttgart A" am SOAS IV 2011 in London teilgenommen. Sie erreichten das ESL-Halbfinale, wurden 5. von 20 ESL-Teams (51. von 115 Teams insgesamt) und 8. sowie 9. von 47 ESL-Rednern (91. und 94. von 230 Rednern insgesamt).

Trotz einer debattierfreien Sommerpause hatten wir schon nach vier von fünf Vorrunden genug Punkte gesammelt, um den ESL-Break zu schaffen, und fanden uns so in der letzten Vorrunde in einem Hauptbreakraum wieder. Dort konnten wir zwar leider nicht den Sieg erringen, der zum Sprung unter die letzten 16 nötig gewesen wäre, und auch im ESL-Halbfinale mußten wir uns aus der Eröffnenden Regierung Leiden und Exeter geschlagen geben, doch dieses schöne Turnier war ein guter Start in die neue Saison, die schon bald mit der Weltmeisterschaft in Manila ihren ersten großen Höhepunkt haben wird. Bis dahin werden wir noch härter trainieren!

Hier die Themen des SOAS IV 2011:
  • 1. Vorrunde: This house would give harsher punishments to those who commit crimes during riots.
  • 2. Vorrunde: This house would have minimum quotas for different ethnic groups living in public housing estates.
  • 3. Vorrunde: This house believes that serving military generals should be prohibited from talking to the media.
  • 4. Vorrunde: This house believes that the Indian government should ban marriage between members of the same caste.
  • 5. Vorrunde: This house would create a free market for the sale of babies.
  • ESL-Halbfinale: This house would allow constituents to recall their elected representatives.
  • ESL-Finale: This house believes that the countries of former Yugoslavia should create a common history curriculum and textbooks.
  • Viertelfinale: This house believes that Mexico should legalise the sale, production, transit and use of all drugs.
  • Halbfinale: This house would end all subsidies to small farms.
  • Finale: This house regrets the extrajudicial killing of Colonel Gaddafi.