Donnerstag, 24. Juni 2010

Ein Wiedersehen in Bad Wildbad

Erneut hat sich der Debattierclub Stuttgart mit einer rund fünfzehnköpfigen Delegation zu seinem Semester-Ausflug ins nahegelegene Bad Wildbad zusammengefunden. Als Dozent wurde Lukas Haffert (St. Gallen) eingeladen, der seine besten Debattierweisheiten zum Besten gab. Die rustikale Ferienwohnung im wunderschönen Schwarzwald bot die ideale Atmosphäre für Schulungen und Debatten.

Lukas dozierte zunächst ausführlich über das Rollenverständnis im Debattieren und den Umgang mit geschlossenen, halboffenen und offenen Fragestellungen. Dieses wurde dann auch praktisch trainiert durch anschließende Debatten zum Thema „Soll der Nordpol allen gehören?“ bzw. „Schminke ist der Schleier des Westens“.


Das abendliche Grillen und WM-Schauen ging dann in ein nächtliches „Die Werwölfe vom Düsterwald“ über. Das rednerische Talent blitzte hier in einem ganz unverhofften Kontext auf und es kam zu teils sehr hitzigen Diskussion darüber, wer nun ein Werwolf ist und wer nicht. Überzeugungskraft und Durchtriebenheit wurden besonders belohnt und es wurde bis zum Morgengrauen gespielt. Dabei konnte sich Lukas besonders hervortun, der dies nach eigenen Angaben auf seine hervorragende Münsteraner Ausbildung, nicht nur als Redner, zurückführt.


Wir bedanken uns nochmals bei Lukas Haffert, der uns neue Denkanstöße geben konnte. Dies ist nun der dritte Vereinsausflug in drei Semestern; es beginnt sich eine schöne Vereinstradition herauszubilden. Das rege Interesse freut uns und auch im neuen Semester soll die Ausflugsserie mit neuen Gesichtern und neuen Dozenten fortgesetzt werden.

Text: MS

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die University of Virginia zu Gast beim Debattierclub Stuttgart

Letzte Woche haben Studenten aus Virginia den Debattierclub Stuttgart besucht.Die University of Virginia ist Partnerhochschule der Universität Stuttgart, wodurch es regelmäßige Austauschprogramme, organisiert vom Internationalen Zentrum, gibt.

Nach einer kleine Einführung in BPS („British Parliamentary Style“) ging es auch gleich los mit der Debatte zum Thema: „This house would elect local police officers via popular voting.“

Die Teams waren deutsch-amerikanisch gemischt, was gleich für regen Austausch gesorgt hat, da in vielen amerikanischen Bundesstaaten das Thema bereits Status Quo ist und in Deutschland nicht. So wurde beiläufig zum Völkerverständnis beigetragen und jeder konnte die Tücken des internationalen Debattierens hautnah erleben.

Zwei tolle Debatten gingen schließlich nach gut einer Stunde zu Ende. Nach einem ausführlichen Feedback haben wir den Abend in einer nahe gelegenen Bar ausklingen lassen, was eine gute Gelegenheit war uns weiter mit unseren neuen Freunden aus Virginia auszutauschen.

Es war dem Debattierclub Stuttgart eine große Freude den Studenten aus Virginia das Debattieren näher zu bringen. Wir freuen uns in Zukunft solche Aktionen häufiger abzuhalten.



Text: MS

Montag, 7. Juni 2010

Erfolge und Emotionen auf der 10. Deutschen Debattiermeisterschaft

Igor Gilitschenski und Michael Saliba haben als "Lokomotive Stuttgart" gegen starke Widrigkeiten das Viertelfinale der 10. Deutschen Debattiermeisterschaft im westfälischen Münster am verlängerten ersten Juniwochenende erreicht und bestätigten so die hervorragende Form unseres Vereins. Nils Haneklaus und Kai Nosbüsch als "Dynamo Stuttgart" errangen einen guten Platz im Mittelfeld, und Steffen Eberle und Felix Klingert als "Turbine Stuttgart" sowie Alexey Abel und Dariusch Klett als "Energie Stuttgart" behaupteten sich zwischen den 72 stärksten Teams Deutschlands mit viel Verve und Würde. Andreas Lazar (amtierender Vizeweltmeister (EFL)) und Michael Hilfer, der an seinem ersten Turnier überhaupt teilnahm, jurierten. Michael Saliba wurde 26., Igor Gilitschenski 35. von fast 150 Rednern.

Bei herrlichem Wetter in der Jugendherberge am schönen Aasee eingecheckt, stürzte sich unsere große Delegation nach Wochen der intensiven Vorbereitung am Donnerstag Abend mit viel Siegeshunger auf die erste Vorrunde zum Thema "Dieses Haus würde den Friedensnobelpreis nur noch an Verstorbene vergeben." Sie erreichte alle möglichen Positionen, mit unserer Lokomotive an der Spitze, was sich auch in der zweiten Runde am nächsten Morgen zum Thema "Dieses Haus würde die Bewahrung des christlich-jüdischen Kulturerbes in Deutschland zum Staatsziel machen" wiederholte. Doch dann kam unser Zug ins Stocken: Während die anderen drei Teams fleißig Punkte sammelten, verloren Michael und Igor die nächsten zwei Runden zu den Themen "Dieses Haus würde Unternehmen verpflichten, mehr als 25 Prozent ihrer Aktien an Gewerkschaften zu verschenken" und "Dieses Haus würde den verlorenen Sohn wieder wegschicken" in umstrittenen Entscheidungen. Sie waren sehr geknickt und mußten am Samstag von Andreas regelrecht aus dem Bett geworfen werden, der unsere Lokführer daran erinnerte, dass wir noch aus viel schlimmeren Situationen heraus gebreakt hatten, und dass der Debattierclub Stuttgart erst aufgeben wird, wenn der letzte Hammerschlag für den letzten Redner in der letzten Vorrunde verhallt ist.

Ersteres war etwas übertrieben, das Zweite nicht: Denn obwohl sie am Morgen zum Thema "Dieses Haus würde den Eltern von Schulschwänzern das Kindergeld kürzen" nur Dritter wurden, gewannen Igor und Michael mit sehr starken Leistungen die letzten beiden Vorrunden zu den Themen "Dieses Haus fordert in Extremsituationen die Diktatur auf Zeit" und "Dieses Haus fordert ein staatliches psychologisches Gutachten für Priester und Pastoren", und breakten so auf dem 14. von 16 Plätzen.

Nach kurzem Jubel forderte diese emotionale Achterbahnfahrt leider ihren Tribut im Viertelfinale, das Lokomotive Stuttgart aus der Schließenden Opposition gegen zwei Berliner und ein Bonner Team zum Thema "Dieses Haus würde die Idee der Einheitlichkeit und Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland aufgeben" bestritt. Die Eröffnende Opposition "Berlin Amalienstraße" mit Dessislava Kirova und Filip Bubenheimer machte es mit ihren brillanten Reden unseren Jungs sehr schwer, eine gute Extension zu finden, so dass sie leider nicht in das Halbfinale ziehen konnten. Dennoch waren wir sehr stolz auf unsere starke Leistung, feierten erleichtert am Abend und beklatschten am nächsten Tag die verdienten neuen Deutschen Meister aus Tübingen. Wir werden den unbeugsamen Geist von Münster in die nächste Saison mitnehmen ...